Schwertes Aufbruch zur Demokratie


Prof. Dr. Reinighaus zeigt auf: Schwertes Aufbruch zur Demokratie 1919 mit Luise Elias und Sofie Ludwig als erste Frauen im Stadtparlament

Blick 100 Jahre zurück - gemeinsames Projekt aus dem Atelier der Ideen und der AG Schwerter Frauengruppen 

“Schwertes Aufbruch zur Demokratie 1919” – Mit diesem Titel ist der Vortrag überschrieben, den Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, bis 2013 Präsident des Landesarchivs NRW, am Dienstag, 8. Oktober, um 19 Uhr im Alten Rathaus der Bürgerstiftung St. Viktor in der Schwerter Mitte präsentiert.

Prof.Dr. Wilfried Reininghaus

Archivar und Historiker Prof.Dr. Reininghaus hat sich intensiv in seinem Buch „Drum wählt - Die erstem demokratischen Kommunalwahlen in Westfalen und Lippe“ mit den  anfänglichen demokratischen Schritten in unserer Region beschäftigt. Ein besonderes Interesse verbindet ihn als „Schwerter Junge“ mit den ersten Wahlen in unserer Ruhrstadt. Angesprochen wird die allgemeine Entwicklung von Oktober 1918 bis März 1919, wobei sich Prof.Dr. Reininghaus die Kandidaten/Kandidatinnen der Kommunalwahl im März 1919 genauer anschaut.

Er wirft dabei auch einen besonderen Blick auf die Rahmenbedingungen. Dann stehen ebenso das hart erkämpfte Frauenwahlrecht - das auch in der Ruhrstadt erstmals vor 100 Jahren gewährt wurde - und die ersten Kandidatinnen für das Schwerter Stadtparlament Luise Elias, Sofie Ludwig und Agnes Tütel im Focus. Die beiden ersteren wurden gewählt. Agnes Tütel stand zu weit hinten auf der Liste der DDP (Deutsche Demokratische Partei), so dass sie nicht in den Stadtrat einziehen konnte. Im Zuge der Recherchen war gerade die Begegnung mit dieser Demokratin unerwartet für Prof. Dr. Reininghaus: „Mich interessierte Agnes Tütel  besonders, weil sie eine Patentante war und ich völlig überrascht war, sie als Kandidatin zu treffen.“

Schwerter Politikerinnen-Biographien für die Historische Kommission

Prof.Dr. Reininghaus beschäftigt sich über den Schwerter Vortrag hinaus intensiv mit dem Werdegang dieser lokalen Politikerinnen der ersten Stunde: Er beteiligt sich mit einem Beitrag zu den drei Frauen an einem Projekt, das die Historische Kommission aufgelegt hat, um Frauen in der westfälischen Politik biographisch vorzustellen.

Für Prof.Dr. Reininghaus ist der 8. Oktober ein besonderer Tag: „Meine zweijährige Vortragstätigkeit zu 1918/19 geht damit zu Ende - wo wäre ein besserer Ort dafür als in meiner Geburtsstadt?“

Der Vortragsabend wird in einer Kooperation der Aktiven aus dem „Atelier der Ideen“ der Bürgerstiftung St. Viktor und der Arbeitsgemeinschaft Schwerter Frauengruppen organisiert. Plakate zum heutigen Anteil der Frauen in den politischen Gremien Schwertes – erstellt von der Gleichstellungsstelle der Stadt - schlagen einen Bogen in die frauenpolitische Gegenwart.

Der Eintritt ist frei, Spenden für die Bürger*innen-Projekte der Bürgerstiftung sind stets  willkommen.

Redaktion: Martina Horstendahl