12.09.2017

Die Entstehung einer starken Frau

Bürgerinnen-Projekt erstellt eine lebensgroße bunte Figur

für das neue Ensemble rund um St. Viktor am Markt

Selbstbewusst soll sie sein, stark, üppig und beeindruckend. Der von Bürgerinnen organisierte offene Frauen-Workshop im Museum hat seine Arbeit zum Bau einer lebensgroßen weiblichen Figur aufgenommen.

Inspiriert von den Nana-Figuren der Niki de Saint Phalle sind die Teilnehmerinnen unter der Anleitung von Künstlerin und Kunstpädagogin Martina Schulte engagiert ans gemeinsame Werk gegangen, um ihre eigene Figur zu entwerfen. Über Ideensuche, Skizze und Zusammenbau des Skeletts kam auch der Austausch untereinander nicht zu kurz.

Angestrebt wird, dass möglichst viele Frauen teilnehmen - eine bunte und anregende Mischung jeden Alters und unterschiedlicher Kulturen - die beim gemeinsamen Arbeiten über verschiedene Themen ins Gespräch kommen können. Handwerkliche Fähigkeiten sind keine Voraussetzung, sondern werden ebenfalls in dem Workshop vermittelt. Bei großer Zahl der Teilnehmerinnen ist geplant, eine zweite, sitzende Frauenfigur zu fertigen. Beide Figuren könnten dann bei Aktionen der Bürgerstiftung am Ort des Geschehens dekorativ oder auch mit Aussagen versehen postiert werden.

Die nächsten Treffen sind jeweils montags (18.9./25.09./2.10/9.10./16.10./23.10./30.10.) von 18.30 bis 21.30 Uhr im Museum am Markt. Wer möchte, kann einfach vorbei kommen. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Organisatorinnen von Türkischem Elternbund, Arbeiterwohlfahrt, städtischer Gleichstellungsbeauftragten und AG Schwerter Frauengruppen freuen sich auf möglichst viele Interessentinnen, die mitmachen. Das Projekt aus dem "Atelier der Ideen" wird finanziell unterstützt von der Bürgerstiftung rund um St. Viktor. Die Teilnahme ist somit kostenlos.

Redaktion: Martina Horstendahl

12.09.2017

Phase 1

Erster Schritt: Das Planungsgespräch
Recherche zur richtigen Pose
Ausprobieren verschiedener Haltungen
Lebensechte Demonstrationen
Die Entscheidung: so wird SIE stehen
Gemeinsamer Entwurf der Skizze
Besprechung der Details
Maßnehmen für 1,70 Meter Größe
Der fertige Entwurf samt Maßangaben
Standfestigkeit durch starke Füße
Markierung der Hölzer für das Skelett
Nur Spaß: Sägen falsch gemacht!
Hölzersägen frei improvisiert aber richtig
Der Körperumfang soll stattlich werden
Das Skelett wird zusammengeschraubt. Nächstes Mal geht es weiter!

20.09.2017

Phase 2

Das Gerüst ist zusammengeschraubt
Die Standplatte wird vorgebohrt
Starke Füße für eine starke Frau: Dicke Klötze werden für einen guten Halt an die Standplatte angeschraubt
Das Skelett wird an die Füße geschraubt
SIE kann bereits stehen
Draht bildet den Körperumpfang
Der Draht wird zusammengefügt
Feinarbeit beim Verknoten
Draht und Skelett werden verbunden
Zuschnitt des Drahts für die Beine
Sammeln frauenpolitscher Aussagen
Die Beine werden angefügt
Der gesamte Körper wird verbunden
Letzer Schliff an den Beinen
Suche nach der passenden Kopfgröße
Dieser Kopf soll es werden
Die in der Diskussion zusammengetragenen und notierten frauenpolitschen Aussagen sollen später auf der Standplatte der starken Frau angebracht werden
Kunst und Politik schon jetzt vereint

27.09.2017

Phase 3

Letzte Verknotungen
Alles eine Frage des Stands
Der Kopf wird angepasst
Die Figur wird in Form gebracht
Etwas mehr Bauch-Betonung gewünscht
Der Draht wird an das Skelett getackert
Auch der Kopf wird angetackert
Recherche zur Bearbeitung von Füßen
Ein formschöner Fuß entsteht
"Rohbau" der Figur in vollendeter Pracht



Eine bärenstarke Frau...
...erstellt von einem bärenstarkten Team

(Fell-Fund aus dem Hansezimmer des Museums)

02.+09.10.2017

Phase 4+5

Zwischenstadium: Die Zeitungsfrau
Das "Skelett" wurde komplett mit Kleister und Zeitungspapier ummantelt, so dass die Figur erstmals Gestalt angenommen hat und in Formen erfahren werden kann.
In die Handflächen werden Haken hineingeschraubt, an die später Banner oder anderes Informations- und Dekorationsmaterial befestigt werden können.
Eine weitere Schicht aus Packpaier folgt
Die Oberfläche wird glatt gestrichen
Viele Einzelstreifen werden aufgebracht
Schnelles Vorankommen im Teamwork
Sorgfalt für eine faltenfreie Halspartie
Packpaier-Nachschub wird gerissen
Die zweite Schicht ist komplettiert
Die dritte Schicht Packpaier folgt
Ausstrahlungswechsel: von braun zu blau
Auch die Form der Beine wird mit einer dritten Papier-Schicht stabilisiert. Insgesamt hat die Figur durch diesen letzten Auftrag eine feste und drucksichere Hülle.
Die Standplatte wird mit gekleistertem Papier überzogen, damit später die zusammengetragenen Frauen-Statements besser aufgeklebt werden und haften können.
Zwischenstadium: Die blaue Frau

16.10.17

Phase 6

Nächstes Stadium der Figurenfertigung: Ganz in weiß
Erst nachdem die weiße Grundierfarbe komplett getrocknet ist, kann die Bemalung der Figur mit bunten Farben begonnen werden.
Gruppenbild mit der Weißen Frau (nicht vom Wuckenhof, sondern vom Museum)
Die Farb-Auswahl ist groß
Die bunte Gestaltung wird beraten
Alles bereit: die Bemalung kann starten
Erste Motive finden ihren Ort
Besprechung zum weiteren Vorgehen
Die Figur bietet Platz für viele Ideen
Die starke Frauen-Figur nimmt langsam Farbe an
Harmonie von geometrischen und organischen Elementen
 

23.10 2017

Phase 7

Arbeit in verschiedenen Segmenten
Neue Muster entstehen
Begreifen der Weiterführung des Musters
Ein gutes Motiv will gut geplant sein...
...dann können die Malarbeiten beginnen
Ein Herz aus Gold
Wasser für eine gute Farb-Konsistenz
Schwarze Ränder intensivieren die Farbe
Hohe Konzentration bei schmalen Linien
Die richtige Mischung macht´s
Feinarbeit bedarf einer ruhigen Hand
Ein gutes Auge für kleine Muster
Mit Durchbilck
Ideen werden zunehmend umgesetzt
Der Fokus liegt auf der Genauigkeit
Viele Muster ergeben ein Ganzes
Gute Farbmischungen sind gefragt
Die Rückenansicht wird konkreter
Vorschläge für weitere Bemalungen
Begutachtung des Tagewerks von vorne...
...und von hinten
Farbenvielfalt ->
Formenvielfalt ->
= Die starke Frau bekommt Charakter

Phase 8

Trotz skeptischer Blicke gelungen
Blau als wichtige Farbe für das Werk
Letzte Pinselstriche für die Schulter
Gold-Linien für neue Farbwirkungen
Begrenzungen vorsichtig ziehen
Gemeinschaftswerk
Wir kann der Fuß verschlankt werden?
Chefin-Sache
Die Pinselwahl ist ausschlaggebend
Im Goldrausch
Höchste Aufmerksamkeit
Selbstkontrolle zum guten Gelingen
Innehalten und Ideen neu sortieren
Noch ein zarter Pinselstrich
Kreative Vorschläge sind willkommen
Die Rückfront ist bald komplett
Viele Köpfe, viele Hände: es funktioniert!
Kunst ist nicht immer bequem
Mehrschichtiges Verfahren
Kunst-Hand-Werk
Dreiklang
Ein Strumpfband setzt Akzente
Die Entscheidung: Das Bein wird silber
Stadiumspräsentation von rechts...
...und von links
Kunst muss man auf sich wirken lassen...
Die starke Frau ist fast vollendet!

06.11.2017

Phase 9 = Endphase

Da könnte noch etwas Farbe hin
Auch am Arm fehlen noch Details
Föhn-Einsatz vor erneutem Anstrich
Die Blattstrucktur wird herausgearbeitet
Der Sockel erhält eine neutrale Farbe
Neuer Farbversuch für bessere Harmonie
Prüfung, wo nachgebessert werden muss
Verfeinerungen sind noch nötig
Feinarbeiten im Nacken
Kurz vor dem Abschluss
Der letzte Akzent wird noch gesetzt.
Große Zufriedenheit und Stolz
Mit beiden Beinen fest auf dem Boden!
Detail-Ansichten des Werks ->
Die Starke Frau ist vollendet!
Auch von der Rückansicht ein Kunstwerk
Zwei starke Frauen
Eine strahlendende Erscheinung!
Die Fertigstellung des gelungenen Werks wurde vom den Aktiven im Museum mit Freude gefeiert
Nach zehnwöchiger gemeinsamer Arbeit ist die Starke Frau vollendet. Insgeamt 15 Schwerterinnen unterschiedlichen Alters haben an der Entstehung mitgewirkt: gemeinsam gesägt, zusammengebaut, gekleistert und bemalt. Die Figur steht jedoch nicht nur als Kunstwerk im Raum, sondern auch für einen anregenden Austausch, der bei der Arbeit stattgefunden hat - über starke und schwache Frauen, die verschiednen Auffassungen zum Frausein, die Stellung der Frau in der gestrigen und heutigen Gesellschaft und auch in unserer Stadt Schwerte. Interessante neue Einblicke wurden gewonnen. Die starke Frau wird nun ab dem 9. Dezember in der Museumshalle zu sehen sein.